Menschenbilder

Steffen

Der Mensch stand bis­her nicht im Fokus mei­ner künst­le­ri­schen Arbeit, viel­mehr das, was vom Men­schen erschaf­fen oder ver­ur­sacht wur­de. Ich emp­fand den Men­schen als läs­tig. Ich moch­te ihn nicht malen oder zeich­nen und beim Foto­gra­fie­ren stand er meis­tens im Weg. Die Welt ohne Men­schen wäre eine bes­se­re, dach­te ich oft, wenn ich mich über Art­ge­nos­sen ärger­te, doch das bedeu­te­te im Gegen­zug auch eine Welt ohne mich. Manch­mal muss man einen Schritt zurück­ge­hen, um vor­wärts zu kom­men.

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Judith

Judith

Ein Expe­ri­ment. Por­traitfo­to­gra­fie. Model und Foto­graf ken­nen sich nicht. Ein spon­ta­ner Ort in Dres­den Fried­rich­stadt. Das Model darf machen, was es will. Der Foto­graf darf maxi­mal 36 Aus­lö­sun­gen machen (Simu­la­ti­on eines Ana­log­fil­mes) und die Brenn­wei­te des Objek­ti­ves nicht ver­än­dern. Die Zeit von 20 Minu­ten darf nicht über­schrit­ten wer­den und — das Wich­tigs­te — es darf kein Wort gespro­chen wer­den. Am Ende waren es 34 Aus­lö­sun­gen auf mei­ner Kame­ra und zwei auf mei­nem Tele­fon, als ich die Model‐Rolle hat­te. Zehn Bil­der wur­den aus­sor­tiert, es blei­ben 26. Wei­ter­le­sen …

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Leipziger Baumwollspinnerei

Leipziger Baumwollspinnerei

Es war die größ­te Baum­woll­spin­ne­rei Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pas. Mit bis zu 4.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern wur­de mit 240.000 Spin­deln Baum­wol­le ver­ar­bei­tet. 1993 wur­de der Betrieb ein­ge­stellt und der Wan­del zum Kul­tur­zen­trum begann.  Inzwi­schen befin­den sich auf dem Gelän­de elf Gale­ri­en, etwa 100 Künst­le­rin­nen und Künst­ler, ein Kino, gas­tro­no­mi­sche Ein­rich­tun­gen sowie eini­ge Unter­neh­men. Ich hat­te Gele­gen­heit zu einem klei­nen Rund­gang. Objec­ts in dream are clo­ser than they appe­ar.

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Manche lassen ihr ganzes Leben zurück. Um es zu behalten.

Cottbus 2016 Sachsendorf-Madlow

Mit einer Freun­din traf ich mich an dem Ort, an dem wir bei­de auf­ge­wach­sen sind: Cott­bus Sachsendorf‐Madlow, ein Stadt­teil, der in den 1980er Jah­ren mit 12.000 Woh­nun­gen und fast 35.000 Ein­woh­nern als die größ­te Plat­ten­bau­sied­lung des Lan­des Bran­den­burg in die Geschich­te ein­ging. Die damals öst­lichs­te Groß­stadt der Repu­blik hat­te 1989 etwa 130.000 Ein­woh­ner. Seit­dem haben außer uns bei­den noch knapp 50.000 wei­te­re Leu­te die Stadt ver­las­sen.

Die Häu­ser, in denen wir unse­re Kind­heit und Jugend ver­bracht haben, wur­den inzwi­schen abge­ris­sen. Es ist das sprich­wört­li­che Gras dar­über gewach­sen. Nur der Zeit­schie­ber bei Goog­le Earth ver­rät, dass da mal Gebäu­de stan­den. Das zuge­wach­se­ne und nach der slo­wa­ki­schen Part­ner­stadt Košice benann­te Eis­ca­fe ist kaum noch zu erken­nen, der Jugend­klub in der Kleist­stra­ße eben­so. Beim Umse­hen merkt man rich­tig, wie das Gehirn arbei­tet und dem Auge stän­dig mit­teilt, dass das über­tra­ge­ne Bild nicht zum Archiv­ma­te­ri­al im Kopf passt. Über­all feh­len Wohn­blö­cke und die Natur holt sich ihr Gebiet zurück: Bäu­me und Sträu­cher, wo einst elf­ge­schos­si­ge Häu­ser stan­den. Nur ein paar Geh­we­ge, die teil­wei­se im Nir­gend­wo enden, Park­plät­ze, Trans­for­ma­to­ren­häuss­chen und schein­bar sinn­los in der Gegend her­um­ste­hen­de Stra­ßen­la­ter­nen las­sen ver­mu­ten, dass hier mal mehr war. Das Gebäu­de mei­ner ers­ten Schu­le gibt es noch, die von ihr ist weg. Beim Kin­der­gar­ten ist es anders­her­um. Es folg­te ein Besuch beim Mad­lo­wer Bade­see; Erin­ne­run­gen spru­deln nur so her­aus: Weißt Du noch? Ret­tungs­turm, Bade­meis­ter, Kiosk mit Ter­ras­se und Lich­tern, Sand­strand mit die­sen eiför­mi­gen Plastik‐Häuschen. Alles weg. Auf dem Rück­weg sahen wir im Vor­bei­fah­ren ein Pla­kat der aktu­el­len „Brot-für-die-Welt”-Kampagne: „Man­che las­sen ihr gan­zes Leben zurück. Um es zu behal­ten.”

Sie: „Has­te gese­hen?” Ich zustim­mend: „Hmmm.”

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Tourstart 2016

Leipzig GFZK screentest

Die ers­ten Fotos aus Leip­zig, mit Besu­chen vom Muse­um der bil­den­den Küns­te sowie der Gale­rie für Zeit­ge­nös­si­sche Kunst sind online. Wei­ter­le­sen …

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Aufgeräumt: modu­late

modulate

Seit vie­len Jah­ren nen­ne ich das Inter­net lie­be­voll ‘Müll­kip­pe’. Ich fin­de das auch über­haupt nicht schlimm, denn hier ist zum Glück genug Platz für alles und jeden. Gif­ti­ges kann man ohne blei­ben­de Schä­den anfas­sen, dran rie­chen, die Braue lup­fen und es wie­der weg­wer­fen. Ich sage immer: „Lie­ber eine Web­sei­te mit ange­gam­mel­ter Pati­na als eine gelösch­te Web­sei­te”. Man weiß ja nie, wem die Infor­ma­tio­nen nüt­zen oder gefal­len. Außer­dem haben alte Web­sei­ten auch eine inter­nethis­to­ri­sche, musea­le, archi­va­ri­sche Auf­ga­be. Wie sol­len die Genera­tio­nen FaceTu­be und Tin­dagram sehen, wie das Netz aus­sieht, wenn sie mer­ken, dass es nicht nur gekap­sel­te Por­ta­le gibt? Web­sei­ten aus Zei­ten, in denen der Down­load von einem Mega­byte zehn Minu­ten gedau­ert hat, muss­ten anders aus­se­hen und anders funk­tio­nie­ren als heu­te, wo die meis­ten Inter­net­an­schlüs­se in Deutsch­land die­ses Mega­byte in deut­lich unter einer Sekun­de aus­lie­fern. Ärger­lich ist nur, wenn die alte Sei­te fast über­all ins Lee­re zeigt und Down­loads nicht mehr exis­tie­ren. Von die­sen Sei­ten sind auch eini­ge in mei­ner Obhut und ich habe mit mei­nem Pro­jekt modu­la­te begon­nen, auch mei­nen Müll (von vor 15 Jah­ren) auf­zu­räu­men.

modu­la­te war ein Pro­jekt von 1997 bis 2004, in des­sen Rah­men ich Musik­stü­cke, Jin­gles und Mix­tapes pro­du­ziert habe. Unter ande­rem ent­stand das Gen­re über­grei­fen­de Album „ana­log dreams” mit elf Titeln, wel­ches 2001 frei im Inter­net (modu­la­te, scenemusic.net & mp3.de) ver­öf­fent­licht wur­de. Es ent­hält sti­lis­ti­sche Ele­men­te aus den Gen­res Tech­no, Rave, Mini­mal, Acid, Down­tem­po sowie Klassik‐Elektro.

Im Jahr 2003 ent­stand im Zusam­men­hang eines Demo­s­ce­ne-Con­tests der Jing­le „Nec­ta­jing­le” für das Nec­ta­ri­ne Demo­s­ce­ne Radio; er gewann den ers­ten Preis und wur­de zum fes­ten Bestand­teil des Sen­ders. Der rus­si­sche Mode­ra­tor ViThor schrieb 2016 über den Jing­le: „That one plays almost every day here (and some­ti­mes several times in a day) throughout the life of the new nec­ta­ri­ne.

Die Web­sei­te ist ins Archiv umge­zo­gen, repa­riert und mit Audio Tags ver­se­hen wor­den, so dass moder­ne Brow­ser die Musik­ti­tel ohne Down­load direkt abspie­len kön­nen und ich habe noch drei unver­öf­fent­lich­te Titel als Eas­ter Eggs ein­ge­baut. Viel Spaß beim Suchen!

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Eröffnungsrede — Krake Kapital

Krake Kapital - Olaf Arndt

Wenn man von Han­no­ver über Wolfs­burg nach Nord‐Osten durch Salz­we­del fährt und dann die Elbe über­quert, ist man an in einem der am dünns­ten besie­del­ten Land­stri­che Deutsch­lands, der Pri­gnitz. Hier, genau­er in Unbe­sand­ten, betreibt der BBM e.V. ein Kultur‐, Ver­an­stal­tungs und For­schungs­zen­trum sowie ein klei­nes Archiv für Kunst, Kul­tur und Regio­nal­ge­schich­te.

Die Schwer­punk­te lie­gen auf der Beob­ach­tung, Archi­vie­rung, kri­ti­schen Beglei­tung, künst­le­ri­schen Über­set­zung und öffent­li­chen Prä­sen­ta­ti­on von gesell­schaft­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen, die einen unmit­tel­ba­ren, Ein­fluss auf Grund‐ und Men­schen­rech­te haben (kön­nen).

Die ers­te gro­ße Aus­stel­lung auf dem Gelän­de mit dem Titel „Kra­ke Kapi­tal” wur­de am 14. Mai 2016 im Rah­men der elbe­land­par­tie eröff­net (Fotos). Die Lis­te der über 30 betei­lig­ten Künst­ler aus zehn Län­dern ist beacht­lich. Auch der Schlag­zeu­ger, Kom­po­nist, Sän­ger, Schau­spie­ler, Syn­chron­spre­cher und Punk­ro­cker Bela B ist ver­tre­ten.

Der Künst­ler, Kura­tor, Publi­zist und Mit­grün­der des Kol­lek­tivs BBM (Beob­ach­ter der Bedie­ner von Maschi­nen) Olaf Arndt hielt zur Eröff­nung eine sehr inter­es­san­te Rede, in der er die kom­ple­xen Zusam­men­hän­ge und Bedeu­tun­gen eini­ger Wer­ke sowie den Titel „Kra­ke Kapi­tal” erklär­te. Damit die­se Rede nicht nur an die Ohren der Eröff­nungs­gäs­te gelangt, freue ich mich sehr, sie hier ver­öf­fent­li­chen zu dür­fen. (Rede als pdf) Wei­ter­le­sen …

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Das Leben und die Kunst.

Der letzte Abend

Rennst Du nur dem Gel­de nach,
ver­streicht das Leben Tag für Tag.

Und bist Du end­lich rich­tig reich,
ist auch schon die Bir­ne weich.

Die Koh­le hält Dich nur auf Trab,
kaum geblin­zelt, stürzt Du ab.

Und abge­schnit­ten von der Welt,
hilft Dir gar nichts, auch kein Geld.

Das Lebens­werk nur blau­er Dunst,
doch schließ­lich bleibt beim Künst­ler Kunst.

Gedicht: Ste­phan Kambor‐Wiesenberg — Das Leben und die Kunst. (2016)
Im Sin­ne des Autors ist die­ses Werk mit Ber­li­ner Dia­lekt zu lesen.

Foto: Ste­phan Kambor‐Wiesenberg — Der letz­te Abend. (2011) 

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Titelbild der Internationalen Sommerakademie 2016

Katalog Internationale Sommerakademie Dresden

Im ver­gan­ge­nen Jahr habe ich wäh­rend der Inter­na­tio­na­len Dresd­ner Som­mer­aka­de­mie eine Auf­nah­me von Gabrie­la Pro­chaz­ka mit einer Arbeit von Gise­la Dora Eck­hardt gemacht. Das Foto ist das Titel­bild des Kata­lo­ges der 19. Inter­na­tio­na­len Dresd­ner Som­mer­aka­de­mie 2016 gewor­den. Vie­len Dank für die­se Aus­zeich­nung.

Katalog Internationale Sommerakademie Dresden Katalog Internationale Sommerakademie Dresden

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Kein Fortschritt ohne Sehnsucht.

Kein Fortschritt ohne Sehnsucht

Auf Knopf­druck krea­tiv zu sein, funk­tio­niert sel­ten. Auf Knopf­druck zu schrei­ben auch nicht, bemer­ke ich gera­de. Es gibt jedoch Metho­den, die das Krea­tiv­wer­den unter­stüt­zen: Den Kopf und die Gedan­ken sor­tiert bekom­men, auf den Pro­zess fokus­sie­ren, der sonst so hoch bewer­te­ten Ziel­ori­en­tie­rung weni­ger Beach­tung schen­ken. Das ist auch so ein The­ma, das ich mal wei­ter aus­ar­bei­ten müss­te. Im künst­le­ri­schen Schaf­fens­pro­zess muss man stän­dig umschal­ten zwi­schen Fokus auf den Pro­zess, wenn man nicht weiß, wo die Rei­se hin­ge­hen soll, einer Meta­ebe­ne dazwi­schen und Fokus auf das Ziel, denn irgend­wann muss der Knopf dran und das Werk fer­tig sein.

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