Eine Sommernacht in Brandenburg. Es ist angenehm warm, aus der Ferne hört man elektronische Musik und lebendige Geräusche von vielen Menschen und Maschinen. Manchmal erreicht ein monotones, sonores Brummen – wie von einem sehr großen Dieselgenerator – das Ohr. Es ist kurz nach Mitternacht und seltsamerweise hat man den Eindruck, es läge der Geruch von frisch gebackenen Waffeln in der Luft. Wir befinden uns auf einem Campingplatz. Oder zumindest etwas, was einem Campingplatz sehr nahe kommt. Es fühlt sich an wie eine Campingplatzsimulation. Eine Campingplatzsimulation, von Leuten in der Zukunft gemacht, die nicht genau wissen, wie Campingplatz früher war. Wie bei diesen Mittelalterfesten, wenn Menschen aus dem 21. Jahrhundert sich verkleiden und kochen und spielen sie wären Menschen aus dem 14. Jahrhundert. Wenn aber jemand aus dem 14. Jahrhundert vorbeikommen würde, dann würde er sagen: „Naja Leute, alles ganz nett, aber so eine Plastikwanne hatten wir nicht und diese ganzen Geräte mit den Kabeln da, die sind alle falsch.“ Und genau so fühlt es sich an. Hier hat jemand eine surreale Welt gebaut, die hier nicht her gehört, aber sie ist ganz offensichtlich da. Man kann sie hören, man kann sie riechen, man kann sie fühlen und man kann sie schmecken. Es ist eine kondensierte Wunschzukunft im Realen, aber die Beteiligten wissen, dass die Zukunft anders aussehen wird.


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